Schreibtipp #2: Keine Zeit? Keine Ausreden!

Keine Zeit dafür. Diese Ausrede höre ich ständig, und genau das ist es: eine Ausrede.

Wenn du wirklich schreiben willst, musst du dir die Zeit dafür schaffen. Schalte den Fernseher ab, verkaufe ihn am besten und dein Handy gleich dazu und schenke deine Playstation den Nachbarskinder; melde dich im Fitnessstudio ab, kündige deine Vereinsmitgliedschaft; sage deinen Freunden, dass du nicht mehr unbegrenzt für sie zur Verfügung stehst; trenne dich von deiner Freundin, wenn du es mit ihr nicht ernst meinst (wenn du es ernst mit ihr meinst schlage ihr eine Beziehungspause vor, bis du mit deinem Manuskript fertig bist); fresse Fertigpizza, vernachlässige deine Wohnung; reduziere deine Ausgaben soweit, dass du in deinem Brotberuf auf Teilzeit runter gehen kannst; reduziere die Menge Schlaf auf das notwendige (6 bis 7 Stunden); lege deinen Facebook Account auf Eis.

Es kommt immer darauf an, wie sehr man etwas will und was man dafür bereit ist zu opfern.

Okay, die obengenannten Maßnahmen sind etwas drastisch formuliert und sicherlich schafft man sich auch Freiräume, wenn man sie nur teilweise berücksichtigt. Aber dann gilt es diese Freiräume auch zu nutzen und nicht mit anderen Zeitkillern aufzufüllen.

Denn das ist es woraus sich unser Alltag zusammensetzt, aus Zeitkillern. Du beseitigst ein paar von ihnen und schon stoßen neue in die entstandene Lücke. Du gehst ins Internet, weil du etwas für deinen Roman recherchieren musst und ehe du dich versiehst landest du bei Wikipedia und klickst dich durch Artikel über Meerschweinchen-Dressur in Indochina, obwohl das rein gar nichts mit deinem Text zu tun hat; du endest auf der Spiegelseite und liest einen Artikel über Zeitmanagement und wirfst damit genau dieses über den Haufen; du reaktivierst deinen Facebook Account, weil du ohne ihn nicht kannst; du schaust dir tanzende Katzen bei Youtube an; du betrachtest Lesben mit Strap-on-Penissen auf Pornhub und fragst dich: was hat die Scheiße mit meinem Buch zu tun?

Nichts. Rein gar nichts. Du blickst auf die Uhr und denkst dir: verdammt, drei Stunden verplempert.

Für Trümmerteilchen bin ich verwahrlost, ich habe die meisten der obengenannten Maßnahmen getroffen, um das Ding fertig zu bekommen. Ich habe Opfer gebracht, ohne zu wissen, ob diese Opfer sich gelohnt haben, ob sie sich jemals für mich bezahlt machen. Was es das wert? Ja. Das Gefühl etwas beendet zu haben, die Geschichte fertig erzählt zu haben, der Stolz den es mir gibt; die Erfahrung, die ich sammeln durfte; was ich über mich lernte; überwiegen.

Obwohl ich mich durch die Arbeit an Trümmerteilchen aus dem Leben zurückziehen musste, fühlt sich die Zeit der Arbeit daran intensiver an, mehr nach Leben an, als all die Dinge, die einen sagen lassen: keine Zeit.

 

Demnächst:

Schreibtipp #3:  Musencasting

Schreibtipp #4: Lesend lernen

Schreibtipp #5: Entwickle deinen Stil

 

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