Zwischenstand

Zwölf Agenturen angeschrieben (bisher).

Drei Absagen. Zwei, die keine neuen Autoren mehr aufnehmen. Eine, die ihre Frist um sich zu melden, verstreichen lassen hat. Sechs Antworten stehen noch aus. Macht mir das Hoffnung? Nein.

Wenn das jetzt bitter oder enttäuscht klingt, täuscht das. Okay, klar bin ich etwas enttäuscht, wer träumt nicht davon seine Sachen wegzuschicken und drei Tage später meldet sich die Agentur und schreit: „Geil, auf dich haben wir gewartet.“

Natürlich hatte auch ich den Traum. Den Traum wohlgemerkt, denn realistisch ist dieses Szenario nicht bei der Manuskriptflut, die über die Agenturen hereinbricht (daher kann man dort auch niemandem böse sein).

Ich bin ein Autor ohne Namen, habe noch keine Veröffentlichung vorzuweisen (Selfpublishing zählt nicht, wenn man nicht mindestens tausend Stück verkauft hat), einen Schreibwettbewerb habe ich auch nicht gewonnen, ich halte nicht bei jedem Open-Mic meine Nase ins Mikro und auch auf Poetry Slams sah man mich bisher nicht. Nein, ich saß nur zuhause und tippte an meinem Manuskript. Nun bin ich fertig und muss jemanden, der mich nicht kennt, davon überzeugen, dass ich gut und das Risiko wert bin. Nicht leicht. Wenn auf der anderen Seite niemand daran glaubt von meinem Buch eine Auflage von mindestens 5.000 Exemplaren zu verkaufen, lässt man lieber die Finger davon. 5.000 klingt nicht viel?

Jedes Jahr erscheinen in Deutschland ca. 90.000 neue Titel, dazu kommen die, die sich bereits auf dem Buchmarkt tummeln. Addiert man diese und vergleicht das mit den Zahlen, wie viele Bücher jedes Jahr verkauft werden erkennt man, dass 5.000 eine Menge sind. Zumal für einen Autor, den keiner kennt.

Aber bitter werde ich deswegen nicht, weiß ich doch, dass ich mich in guter Gesellschaft befinde. Wo ich durch muss, mussten vor mir auch andere, heute große Schreiber, durch. Um mir das zu vergegenwärtigen hilft nichts besser als die, von Andreas Eschbach zusammengestellte, Liste populärer Ablehnungen:

http://www.andreaseschbach.de/schreiben/verlagssuche/trostliste/trostliste.html

Die Frage ist nun nur, ob ich noch ein paar Runden auf dem Ablehnungskarussell drehe oder, ob es nicht sinnvoll wäre die Energie lieber gleich in die Eigenvermarktung meines Werkes zu stecken?

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